20. Oktober: Internationaler Tag der Souveränität

20. Oktober: Internationaler Tag der Souveränität
© MM-PR

Digitalisierung „entgrenzt“ Arbeit

Selbstbestimmt und souverän Verantwortung übernehmen

von Theo Bergauer *


Digitale Arbeitswelten, Industrie 4.0, Smart Factories – die vierte industrielle Revolution hat nicht nur in der Produktion längst begonnen. Trotzdem wissen viele Unternehmen noch nicht so genau, wie sie mit den neuen Herausforderungen umgehen sollen. Mitarbeiter sehnen sich ebenso nach selbstbestimmter Arbeit, wie sie diese fürchten. Und auch Organisationen, in der Vergangenheit meist durch geordnete Regeln und klare Vorschriften geführt, tun sich schwer damit, ihre vermeintliche Sicherheitszone zu verlassen.

Im Gespräch mit Theo Bergauer (Mitte): Profisportlerin Miriam Welte und Unternehmer Norbert Samhammer zeigen, dass es sich lohnt, Neuland zu erobern und wie es gelingen kann, bereits zum Zeitpunkt der Veränderung in eine neue Erfolgsphase zu starten.
Im Gespräch mit Theo Bergauer (Mitte): Profisportlerin Miriam Welte und Unternehmer Norbert Samhammer zeigen, dass es sich lohnt, Neuland zu erobern und wie es gelingen kann, bereits zum Zeitpunkt der Veränderung in eine neue Erfolgsphase zu starten.

Foto: Bernd Schönfelder


Dabei lässt sich der Trend nicht aufhalten. Digitalisierung entgrenzt die Arbeit, beschreibt der ehemalige Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger in seinem Buch „Das demokratische Unternehmen“ (Haufe 2015) die Situation. Von seinen vier identifizierten Dimensionen eines demokratischen Unternehmens hat „die zweite Dimension" mit dem Thema Souveränität zu tun.


Es geht um selbstbestimmte, gegebenenfalls ausgehandelte Antworten des Einzelnen auf die Fragen ‚Wann arbeite ich?’, ‚Wo arbeite ich?’, ‚Wie arbeite ich?’, ‚Mit wem arbeite ich zusammen?’, ja sogar um die Antwort auf die Frage ‚Was arbeite ich?’.


Die Mitarbeiter haben eine Stimme, was die Arbeitszeit, den Arbeitsort, Kollaborationsformen, den Arbeitsstil und den Arbeitsinhalt betrifft. Es geht also darum, deutlich mehr Mitspracherechte zu ermöglichen als in einem klassisch top-down, quasi-militärisch organisierten Unternehmen. Diese neuen Arbeitsmöglichkeiten werden durch die Digitalisierung erleichtert, weil die Digitalisierung Arbeit entgrenzt, wenn es um Zeit, Ort und Partner geht.“


Umso wichtiger ist es, Unternehmen für diese nicht mehr zukünftigen, sondern inzwischen sehr aktuellen Herausforderungen zu sensibilisieren. Nur so können sie auf die vielfältigen Aufgaben, welche die derzeitigen Veränderungen der Arbeits- und Produktionswelt sowie des demografischen Wandels mit sich bringen, eigenständig und angemessen reagieren.


Mit nachfolgenden fünf Punkten ermöglichen souveräne Unternehmen ihren Mitarbeitern und Teams, selbstbestimmt zu arbeiten und Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen:


1. Hohe Flexibilität

 

Um abgestimmte Ziele zu erreichen, bedarf es keines strengen Korsetts. Je höher das Vertrauen in die Teams – sowohl in deren fachliches Know-how als auch deren persönliche Leistungsbereitschaft – umso höher die Bereitschaft jedes einzelnen Mitarbeiters, selbst Verantwortung zu übernehmen. Und je größer die Bereitschaft des Unternehmens, individuelle Lösungen (beispielsweise in Form eines Homeoffice) zu ermöglichen, desto größer die Bereitwilligkeit des einzelnen Mitarbeiters, auch selbst flexibel zu sein, sollte einmal kurzfristig eine Leistung benötigt werden.

 

2. Sinnhaftigkeit

 

Mitarbeiter wollen verstehen, warum sie etwas tun (sollen). Je umfassender das Verständnis beispielsweise nicht nur für Produkte und Dienstleitungen, sondern auch für Abläufe und Prozesse, desto höher die Identifikation des Einzelnen mit seinem Tun und umso größer der Erfolg des Unternehmens als Ganzes. Je wert- und nachhaltiger alles ist, umso sinnhafter!

 

3. Gesundes Klima

 

Die Zeit der Ausbeuter ist vorbei! Souveräne Unternehmen gehen eine Verpflichtung ein, Mitarbeiter entsprechend ihren Talenten zu fördern und – über die angemessene Bezahlung hinaus – vor allem Wertschätzung und Anerkennung zu bieten. Ziel muss es sein, eine Unternehmenskultur zu etablieren, die zu einer motivations-, gesundheits- und innovationsförderlichen Gestaltung der Arbeits- und Produktionsbedingungen beiträgt. Eine gute Atmosphäre schont nicht nur die Ressourcen des einzelnen Mitarbeiters, sondern hilft auch dabei, soziale Beziehungen zu pflegen.

 

4. Mitspracherecht

 

Eine offene Kommunikations- und Fehlerkultur ermöglicht es, Vorgänge immer wieder in Frage zu stellen. Das Ziel: Ein innovatives Unternehmen, in dem kreative Mitarbeiter Herausforderungen gerne annehmen und manchmal sogar proaktiv lösen. Wer Menschen zuhört und deren Ideen und Vorschläge integriert, schafft sich Verbündete.

 

5. Vorleben

 

Unternehmen und Führungskräfte, die in sich ruhen und diese Souveränität (überlegt ohne überlegen zu wirken) auch ausstrahlen, schaffen ein Gefühl der Sicherheit, das Mitarbeiter gerade bei sich rasch verändernden Prozessen dringend brauchen.


 

Demografie, Personalengpässe und Nachwuchsmangel – die Anforderungen an Unternehmen im Zuge der vierten industriellen Revolution liegen oft weniger in der Technik, als vielmehr in der Führung der Mitarbeiter. Hier gilt es, komplexe Herausforderungen zu lösen, sowohl bei bestehenden Teams als auch bei der Gewinnung neuer Fachkräfte. Wird Arbeit bewusst „entgrenzt“, gewinnen souveräne Unternehmen Mitstreiter ohne ihre Mitarbeiter zu besiegen!

 

Warum Gewinner mehrfach siegen

Wie Spitzensportler und Topunternehmer Herausforderungen weltmeisterlich lösen

 

ISBN 978-3-648-05980-7

 Haufe-Lexware Freiburg 2014

 265 Seiten, Hardcover, € 34,95

 

* Theo Bergauer ist Souveränitäts-Experte und Autor des neuen Buches „Warum Gewinner mehrfach siegen. Wie Spitzensportler und Topunternehmer Herausforderungen weltmeisterlich lösen.“ Der Unternehmenstrainer und Coach wurde soeben vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie dem Europäischen Spezialfond als Prozessberater des Förderprojektes „unternehmensWert:Mensch“ autorisiert. Infos unter www.b-wirkt.de.

 

 

Quelle: MM-PR - Marktredwitz

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